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Bratsche mit Liebe

Die Sonate für Viola d’amore und Klavier von Paul Hindemith

Der Komponist Paul Hindemith war ein hervorragender Bratscher. Er hat sich viel mit alter Musik beschäftigt und auch mit alten Instrumenten: Für Viola d’amore hat Hindemith im Jahr 1922 eine kleine Sonate mit Klavier geschrieben, die er auch selber uraufgeführt hat, im Juni 1922 in Heidelberg, am Klavier saß Emma Lübbecke-Job.

Paul Hindemith im Jahr 1923, Portrait bis zur Brust, auf dem er den Kopf in die Hand stützt.
Paul Hindemith im Jahr 1923
See page for author, CC BY-SA 3.0 http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/, via Wikimedia Commons

Bratsche und Familie

Unter den Streichinstrumenten ist die Viola d’amore, die wie Geige und Bratsche zwischen Kinn und Schulter gehalten wird, ein Geheimtipp, ähnlich dem Arpeggione, das kaum einer mehr kennt, und gespielt wird es heute auch nicht mehr. Schuberts Sonate für Arpeggione und Klavier spielt man stattdessen auf dem Cello oder der Bratsche.

Ähnlich wie die Viola da Gamba aber ist die Viola d’amore auch heute noch in Gebrauch. In Bachs Johannespassion zum Beispiel gibt es beide Arten von Violen; und wohl kaum jemand würde diese Instrumente in Bachs Passion von ihren heute gebräuchlicheren Verwandten Viola oder Violoncello spielen lassen – anders als Bachs Sonaten für Viola da Gamba und Cembalo. Die nämlich werden oft auf dem Cello oder der Bratsche aufgeführt, mit Cembalo oder Klavier. Im Weihnachtsoratorium gibt’s übrigens keine dieser alten Streichinstrumente, dafür aber aber heute weniger bekannte Blasinstrumente, z. B. Die Oboe d’amore.

Die Viola d’amore hat Wolfgang Amadeus Mozarts Vater Leopold in seiner Violinschule beschrieben als „eine besondere Art der Geigen, die, sonderheitlich bey der Abendstille, recht lieblich klinget.“

Es ist wohl dieser ganz eigentümliche, oft als silbrig bezeichnete Klang, aufgrund dessen auf der Viola d’amore auch heute noch geübt wird. Dabei ist sie ein etwas undankbares Instrument wegen ihrer für ein Streichinstrument sehr vielen Saiten. Das macht die Intonation nicht einfacher.

Hindemiths Sonate für Viola d’amore und Klavier

Im schön produzierten Video hier kannst Du einen guten Eindruck von diesem Instrument bekommen. Wenn Du genau hinschaut, kannst Du außer den vielen Saiten (Geige etc. haben normalerweise nicht mehr als vier) auch spezielle Resonanzsaiten sehen. Die sind mit dem Bogen entweder gar nicht erreichbar oder nicht zum Streichen bestimmt, sondern zum Mitschwingen.

Hier gibt’s Weihnachtskarten, gezeichnet vom Komponisten selbst:

https://www.hindemith.info/de/leben-werk/zeichnungen/

Frohes Fest!

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